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Krankenhausbetriebstechnik: Das Notstromaggregat im Krankenhaus

Das sieht man nicht alle Tage: Ein ausgebautes Notstromaggregat einer Klinik. Wir waren vor Ort um die Klinikbetten des Betreibers zu prüfen und zu warten. Durch Zufall erlebten wir zur selben Zeit den Austausch vom dortigen Notstromaggregat.

Normalerweise arbeitet der Notstrom-Diesel in einem dunklen Raum ohne viel Besuch und Aufmerksamkeit. Nun kam der alte Diesel jedoch ans Licht. Wenn man bedenkt, dass so ein Aggregat eine komplette Klinik mit Strom versorgen kann, dann überrascht die kompakte Größe. Im Prinzip handelt es sich oft um modifizierte Schiffs- oder LKW-Diesel mit angeflanschtem Generator und entsprechender Steuerung.

Notstromaggregat, vorgewärmt und permanent startklar

Oben im Bild sehen Sie einen Notstromdiesel mit ca. 200kW Leistung und sechs Zylindern. Beeindruckt war ich von den Kabelquerschnitten in der Ableitung. Wenn man ein wenig nachrechnet, dann wird schnell klar, warum so viel Kupfer (oder Alu) zum Einsatz kommen muss. Der alte Diesel hat einige Jahrzehnte lang bei regelmäßigen Testläufen und bei Netzausfall die Klinik mit Strom versorgt. Bereits bei unserem Besuch im Bunkerkrankenhaus konnten wir ein Notstromaggregat im Hilfskrankenhaus Gunzenhausen erkunden (link).

Bei Stromausfall kritische Breiche abdecken

Wenn der Strom ausfällt müssen speziell kritische Bereiche weiter aktiv bleiben. Zwar puffern Akkus bestimmte Geräte und Bereiche (BSV). Grundlage ist hier unter anderem die DIN VDE 0 100-710 (link VDE-Verlag). Dennoch hat das Notstromaggregat eine wichtige Funktion. Denn der Betrieb muss für 24 Stunden weiter aufrecht erhalten werden. Andernfalls kommt es u.a. zu Notverlegungen oder Unterbrechungen im OP. Kritisch ist zudem die Versorgung mit Treibstoff. Pro Megawatt werden bei Vollast ca. 200 Liter Diesel verbraucht. Bei größeren brownouts oder einem kompletten Blackout ist die Versorgung der Aggregate speziell bei größeren Einrichtungen eine Herausforderung.

Regelmäßige Investitionen in Klinik notwendig.

Neben zahlreichen anderen Investitionsgütern muss auch beim Notstromaggregat regelmäßig investiert werden. Nun wird das Dieselaggregat ausgetauscht und gegen ein moderneres Aggregat ersetzt. Der hohe Aufwand vom Aufbau des neuen Aggregats über dessen Testläufe bis zum Abbau des alten Aggregats hat mich überrascht. Im Außenbereich wurde ein temporärer Dieseltank aufgestellt. Um ein mobiles Notstromaggregat während der Umbauarbeiten betreiben zu können. Es beeindruckt immer wieder, wie viel Technik und Aufwand außerhalb der Patientenbereiche dafür sorgt, dass auch in Krisen Sicherheit und Zuverlässigkeit für Patienten, Anwender und Dritte gewährleistet ist.

Ein mobiles Notstromaggregat mit 1600kVA Leistung.
Unser Besuch im Bunker: Das Hilfskrankenhaus Gunzenhausen.

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