Klack. Das Bedienteil schleift am Boden. Als Johann es wieder hochzieht, klappert es im Gehäuse. Johann hatte vorgestern Geburtstag. Stolze 86 ist er inzwischen. Und obwohl er sich über den Besuch seiner Enkel gefreut hat, ist er froh, nun wieder seine Ruhe zu haben. Seit einem Monat war Johann nicht mehr zu Hause. Denn ein komplizierter Oberschenkelhalsbruch brockten ihm eine OP und den REHA-Aufenthalt ein. Nun möchte er einfach fernsehen und etwas aufrecht sitzen. Doch als er auf den Knopf des Bedienteils drückt passiert: NICHTS. Aber als alter Hase kennt er das Problem. Mit 16 kam er in die Lehre und machte ab 1955 eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehmechaniker. Kräftig klopft er das Bedienteil gegen das schräg gestellte Seitengitter. „Es ist bestimmt nur eine kalte Lötstelle“.
Anfang 2025 gibt es in Deutschland ca. 1.840 Kliniken mit insgesamt ca. 500.000 Klinikbetten. Die meisten Klinikbetten werden elektrisch betrieben. Dafür wird ein Handbedienteil benötigt. Zudem schreitet die Demografie voran. Konkret sind ca. 5% der Bevölkerung auf Pflege angewiesen. Es gibt keine öffentlichen Zahlen, wie viele der ca. 5,7 Millionen Pflegebedürftigen im Jahr 2024 auf ein Plegebett mit Fernbedienung angewiesen sind (link). Aber fast alle davon brauchen das elektrische Bedienteil. Johann klopft noch immer seine Bettenfernbedienung auf das graue Seitengitter. Seine Tochter Michaela kommt herein und er schimpt über fehlendes Werkzeug. „Du lässt da die Finger weg. Du bist jetzt Patient und kein technischer Leiter mehr. Sag mal, darf man das Handbedienteil am Klinikbett überhaupt nachlöten?“ Michaela ist MTA in der Radiologie. „Immerhin ist das ein Medizinprodukt! Da haftet man doch persönlich für eigene Fehler, oder?“



In Kliniken konnte man früher viel selber reparieren
Grundsätzlich dürfen Fachkräfte auch Lötstellen nachlöten. Sofern das passende Werkzeug vorhanden ist und betriebliche Vorgaben nicht dagegen sind. In den 1980er Jahren waren die Bedienteile für Pflegebetten und Klinikbetten einfach zerlegbar. Nur wenige Schrauben mussten geöffnet werden. Und schon hatte man freien Blick auf das elektrische Innenleben. Die Taster waren auf den Platinen in klassischer Durchsteckmontage installiert. Mit einfachen Mitteln konnte man die Wege der kleinen Leiterbahnen nachvollziehen. Und als Schaltsignal gab es nur an und aus, also logisch high und low. Erinnern wir uns an die Pflegebetten Stiegelmeyer Classico oder Müller. Mit einem Lötkolben und etwas Lötzinn waren Wackelkontakt und Fehlfunktion schnell behoben. Bei der Firma ELKOBA erhalten Sie noch heute Reparatur oder Ersatznachbau für ausgewählte Bedienteile betagter Pflegebetten.
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Völker Handschalter Patient Standard für 2080 und 3080 mit Rollenfreigabe, Stecker 8-polig, ab Baujahr 2002, Zoll-Tarif-No. 8536508089,00 €exkl. 19 % MwSt.
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Ist die Fernbedienung am Klinikbett und Pflegebett heute reparabel?
Seit den 2000er Jahren sind die Gehäuse zunehmend vollverschweißt. Zum Einen als Schutz gegen Feuchte und Schmutz. Zum Anderen als Schutz gegen nicht authorisierten Zugriff. Ob es auch um den Schutz des Ersatzteilverkaufs für Hersteller geht? Die Frage bleibt offen. Fakt aber ist, dass moderne Klinikbetten heute nicht mehr mit einfachen Tastimpulsen sondern mit digitalen BUS-Systemen gesteuert weden. Beim Hersteller VÖLKER führen nur vier Leitungen zu allen externen Baugruppen. Eine Fehlersuche innerhalb der Bauteile oder Signale ist ohne Spezialmittel unmöglich. Ebenso bei Stiegelmeyer. Dieser Hersteller setzt meist auf LINAK-Systeme, die ebenfalls voll in das BUS-System integriert sind. Zudem wurden die Lötverfahren geändert. Bis zum Jahr 2006 galt Verlötung mit Bleilot als Standard. Inzwischen kommen bleifreie Verlötungen zum Einsatz, die spezielle Temperaturen und Materialien erfordern. Daher ist ein Nachlöten an Bedienteilen nicht mehr so trivial wie in den 80er Jahren. Sofern man das Gehäuse überhaupt öffnen kann.
Fazit: Einfach nachlöten?

Grundsätzlich ist es in Ordnung, wenn Fachkräfte sach- und fachgerecht Reparaturen auf Bauteilebene durchführen. Eine sorgfältige Dokumentation und Prüfung nach Fertigstellung gehört fest zum Ablauf. Leider ist es an aktuellen Handbedienteilen der meisten Hersteller heutzutage nicht mehr vorgesehen das Gehäuse zu öffnen. Die massive Verklebung zwischen den Gehäuseschalen würde sich nur durch Zerstörung lösen lassen. Das steht im krassen Widerspruch zu Kostenschutz und Nachhaltigkeit. Denn meist muss das komplette Handbedienteil ausgetauscht werden. An Johanns Klinikbett installierte der Haustechniker am nächsten Tag ein neues Handbedienteil. Seine Koffer sind schon gepackt, denn nach dem Mittagessen darf Johann endlich wieder nach Hause. Endlich wird er dann seinen heißgeliebten Grundig Satellig 700 reparieren. Das war schon sein Plan, bevor er vor vier Wochen die Kellertreppe hinab stürzte. Eigentlich wollte er vor seinem Sturz nur schnell die Lötstelle am EIN-/AUS-Schalter seines Radios nachlöten. Und auch bei ELKOBA bleibt der Fokus auf Reparatur statt Neukauf. So lange es technisch möglich ist.




